Pressemitteilung

Land stützt Kinos

Über 110.000 Euro für Kinos im Kreis Tübingen – als Preise

STUTTGART / KREIS TÜBINGEN. Wenn Kinos gutes Programm machen, gibt es dafür Preise und Auszeichnungen. Das Land Baden-Württemberg hat die Preisgelder nun vervielfacht – um den Kinos durch die Pandemie zu helfen. Auch vier Kinos im Kreis Tübingen erhalten jetzt Preise und zusammen 114.500 Euro. „Wir greifen den Kinos in schweren Tagen unter die Arme“, sagt der Tübinger Landtagsabgeordnete der Grünen, Daniel Lede Abal.

Kinos trifft es derzeit besonders hart. Das weiß auch das Land. Um die Not etwas abzufedern, hat das grün-geführte Stuttgarter Kunstministerium die Preisgelder vervielfacht, die im Rahmen der Kinoprogramm-Preise vergeben werden. Das Gesamtbudget wurde um rund 800 000 Euro auf etwa 1,1 Millionen Euro erhöht. 65 Spielstätten im Land wurden diesmal ausgezeichnet.

Die Preisverleihung als solche ist nicht neu: Seit über 20 Jahren wählt eine Fachjury jedes Jahr jene Lichtspielhäuser im Land aus, die ein besonders ambitioniertes Jahresprogramm auf die Beine stellen. Auch sehr gute Angebote für Kinder und Jugendliche oder sehr gute Filmreihen können einen Preis bringen. Neu sind diesmal die Summen: In den vorigen Jahren wurden jeweils 200.000 bis 300.000 Euro vergeben. Wegen der Pandemie füllte das Land den Topf kurzfristig auf.

Vier Tübinger Kinobetriebe sowie je einer aus Rottenburg und Mössingen bekommen etwas ab. Die Arsenal Kinobetriebe mit den Kinos Arsenal und Atelier erhalten zusammen 39.500 Euro und einen Preis der Kategorie „sehr gutes Jahresprogramm“. Die Vereinigten Lichtspiele Lamm mit dem Museum und dem Kino Blaue Brücke sind in derselben Preis-Kategorie und bekommen 34.000 Euro. Darin steckt auch eine Prämie für das sehr gute Kinder- und Jugendfilmprogramm, das im Saal 2 der Blauen Brücke läuft. Das „Kino im Waldhorn“ Rottenburg von Elmar Bux wird ebenfalls für sein sehr gutes Jahresfilmprogramm ausgezeichnet, hier gibt es 28.000 Euro. An Stefan Schlegels Mössinger Lichtspiele überweist das Land 13.000 Euro, den Preis gibt es für eine gute Filmreihe.

Der Tübinger Landtagsabgeordnete Daniel Lede Abal gratuliert. „Gerade für die Kinos ist jetzt jede Form der Unterstützung wichtig, ja, teilweise sogar überlebenswichtig.“ Die Preisgelder sollen Folgen lindern, sagt Lede Abal: „Natürlich lösen wir damit nicht alle Probleme der Kinos. Für die Unternehmen gibt es schon seit März keinen Normalbetrieb mehr, sie mussten sich wegen der notwendigen Hygieneregeln ganz neu organisieren. Und jetzt mussten sie wieder komplett schließen – umso entscheidender sind finanzielle Hilfen.“ Weitere sollen folgen, kündigt der Abgeordnete an: „Sobald die Kriterien der angekündigten Bundeshilfen feststehen, schauen auch wir auf Landesebene, wie wir passgenau helfen können.“ Lede Abal verspricht: „Wir lassen unsere Kultur nicht allein“.

INFO zu den Kinoprogrammpreisen:
Zum insgesamt 22. Mal vergibt die MFG Filmförderung Baden-Württemberg die Programmpreise. Damit ausgezeichnet werden mittelständische gewerbliche Kinos für besonders wertvolle Kinoprogrammarbeit. Bereits im Frühjahr hat die MFG Unterstützung für Kinos auf den Weg gebracht: Damals konnten kurzfristig all jene 59 Kinos, die im Jahr 2019 einen Kinopreis erhalten hatten, eine nachträgliche Erhöhung des Preisgelds von 5000 Euro beantragen.

INFO zu Corona-Hilfen für den Kulturbereich:
Die Erhöhung der Preisgelder für gute Kinos ist ein weiterer Baustein von vielen, die das Land Baden-Württemberg organisiert, um den Kulturbereiches während der Corona-Pandemie zu unterstützen. Insgesamt stellte und stellt das Land Baden-Württemberg der Kultur bisher mehr als 200 Millionen Euro an Corona-Hilfen zur Verfügung. Bei der Aufstockung der Überbrückungshilfe des Bundes um einen fiktiven Unternehmerlohn in Höhe von 1180 Euro durch das Land agiert Baden-Württemberg als bundesweiter Vorreiter für die Kultur. Hinzukommen ein Corona-Hilfsfonds für Kunst- und Kultureinrichtungen (32,5 Millionen Euro), ein Soforthilfeprogramm für die Vereine der Breitenkultur (10 Millionen) und die Programme „Kultur Sommer 2020“ (4 Millionen) sowie das Nachfolgeprogramm „Kunst trotz Abstand“.

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