Pressemitteilung

Landwirtschaft für die Natur - Abgeordnetenspalte vom 5.7.2019

„Rettet die Bienen“ - die Initiative von Bürgerinnen und Bürgern für mehr Artenvielfalt hat in Baden-Württemberg binnen kürzester Zeit tausende von Unterschriften gesammelt. Das ist richtig, wichtig und verdient noch viel mehr Beachtung. Auch wenn es viele nicht wahrnehmen oder wahrhaben wollen: Seit den 1980er Jahren sind etwa 80 Prozent der Insektenbiomasse verschwunden. Aktuelle Untersuchungen bestätigen ein dramatisches Insektensterben. Das ist eine der größten Umweltkatastrophen unserer Zeit. Wildbienen und andere Insekten fehlen bei der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen.

Pestizide, Monokulturen und andere Folgen von industrieller Landwirtschaft und Bewirtschaftung verursachen das Insektensterben und bedrohen auch andere Tiere: Der Lebensraum für Hasen, Igel und Vögel wird ebenso immer weiter zerstört.

Denn dort, wo aus Landwirtschaft eine Agrarindustrie geworden ist, hat das Konsequenzen: Unkrautvernichter und Gülle in den Böden sowie im Grundwasser, Hecken und Bäume werden gerodet. Wiesen sind keine Lebensräume mehr, sondern werden in eintönige Maisfelder umgewandelt.

Doch was muss getan werden? Wir unterstützen unsere baden-württembergischen Bäuerinnen und Bauern, besonders aber durch die Förderung des Ökolandbaus. Eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur ist unser Ziel, um die natürlichen Ressourcen zu schonen und die steigende Nachfrage an Bio-Lebensmitteln zu bedienen. Diese Umstellung braucht Unterstützung. Das vom bayerischen Volksbegehren für Artenvielfalt durchgesetzte Ziel von 30 Prozent Öko-Landbau bis 2030 hat der baden-württembergische Landtag bereits beschlossen. Aber auch grundsätzlich muss der Einsatz von Pestiziden weiter verringert werden. Aus diesem Grund haben wir 2018 das Sonderprogramm für den Erhalt der biologischen Vielfalt aufgelegt. Mit 36 Mio. Euro wollen wir dem Insektensterben und dem Verlust der Biodiversität entgegenwirken.

Die Ziele des Volksbegehrens sind in meinen Augen richtig und je größer die Unterstützung aus der Zivilgesellschaft ist, desto besser: 50% Öko-Landbau bis 2035, kein Einsatz mehr von Artenschutz gefährdenden Pestiziden in Naturschutzgebieten, eine Halbierung des Pestizideinsatzes in den nächsten fünf Jahren und zusätzlichen Schutz für Streuobstwiesen in Baden-Württemberg – das sind gute Vorschläge für Mensch, Tier, Umwelt und Natur in unserem Land.

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