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Die gute Nachricht: Das Wahlrecht für die baden-württembergische Landtagswahl wird sich ändern. Im Stuttgarter Landtag stellt sich gerade eine breite Mehrheit hinter die geplante Reform. Mit dem neuen Wahlrecht werden wohl mehr Frauen in den Landtag einziehen. Das Parlament wird insgesamt vielfältiger werden – und die Gesellschaft, die es vertreten soll, besser abbilden.

Die bittere Wahrheit: Es hat erst jetzt, im dritten Anlauf, geklappt. Wir Grünen wollen das seit vielen Jahren. Wir haben politisch aktiven Frauen hierzu ein Versprechen gegeben – und können es endlich einhalten.

Wir hatten diese Reform schon zweimal im jeweiligen Koalitionsvertrag festgehalten, 2011 mit dem Koalitionspartner SPD und 2016 mit der CDU. Doch beide haben die Umsetzung dann verhindert. Jetzt stimmen sie zu und unterstützen die Reform. Endlich.

Dass die Reform kommt, war mehr als überfällig. Schließlich sorgt das bisherige Wahlrecht dafür, dass der Landtag aus überproportional vielen alten Männern besteht. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Wir Grünen waren bislang die einzigen, die in den eigenen Reihen einigermaßen für Ausgewogenheit gesorgt haben – wobei wir bei den Landtagswahlen wegen des bisherigen Wahlrechts wenig steuern konnten. Tatsächlich sitzen in unserer Fraktion aktuell 48 Prozent Frauen, wir haben 28 weibliche Abgeordnete. Zum Vergleich: Die Fraktion der SPD hat drei, die FDP hat zwei und die AfD eine in ihren Reihen. Elf sind es bei der CDU.

Dass sich das Wahlrecht deswegen ändern muss, ist schon lange klar. Die Forderung ist seit Jahren laut, auch über Parteigrenzen hinweg. Der gesellschaftliche Druck wächst. Gleichberechtigung muss endlich auch hier stattfinden. Nun haben CDU und SPD ihrer Basis nachgegeben und unterstützen diese Reform. Die drei Fraktionen, die die Reform jetzt tragen, sind rechnerisch drei Viertel unseres Landtags. Gut so.

Das reicht aber noch nicht. Eine weitere Reform muss folgen: die der Wahlkreise. Gut möglich, dass es bald weniger Wahlkreise sein werden. Wichtig ist vor allem, dass sie wieder sinnvoll zugeschnitten werden. Das gilt ganz besonders hier im Kreis Tübingen: Unser Landkreis ist neuerdings sogar auf drei verschiedene Wahlkreise verteilt. Das macht es deutlich schwieriger, hier regionale Interessen durchzusetzen und Ziele zu verfolgen. Ich hoffe, dass wir auch bei dem Thema bald vorankommen.

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