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Ein Bodenfonds fürs Land!

Meine Kolumne zu Wohnraum in Baden-Württemberg aus dem Tagblatt vom 13.10.2018:

Es ist wieder Oktober und viele hoch motivierte Studierende zieht es in die Region. Doch Bücher, Labore und Hörsäle stehen für sie erst mal nicht im Vordergrund. Die erste Aufgabe ist es, sich auf dem Wohnungsmarkt zu behaupten und ein Zimmer zu bekommen. Diejenigen ohne finanzielle Unterstützung aus dem Elternhaus kommen dadurch oft in große Not. Für manche endet die Suche nach Wohnraum in städtischen Notunterkünften oder im Campingwagen.


In Tübingen sind die Mietpreise in den letzten Jahren massiv angestiegen. Kein Wunder: 470000 Menschen sind in den vergangenen sechs Jahren nach Baden-Württemberg gezogen. Der Wohnungsmarkt in unserem Land ist lukrativ und damit Objekt von Spekulationen. Genau das sollte er aber nicht sein, denn Wohnen - ein Dach über dem Kopf haben - ist ein Grundbedürfnis mit zentralem Einfluss auf die Gesellschaft. Durch gute Wohnpolitik schaffen wir sozialen Frieden, Integration und ermöglichen ein gutes Leben für viele.


Für die Wohnbauförderung stellt die Landesregierung viel Geld zur Verfügung, dafür haben wir als Fraktion gerungen und 750 Millionen Euro stehen bis 2019 bereit. Für soziale Mietwohnungen, für Mehrgenerationenhäuser, für Wohngenossenschaften und für barrierefreies Modernisieren der eigenen vier Wände wird es leichter, an Förderungen zu kommen. Wir wollen aber mehr als nur Krisenbewältigung betreiben: Als Grüne Landespartei schlagen wir eine Wohnraumoffensive vor. Mit neuen Instrumenten wollen wir ein ökologisches Leben im Quartier fördern und Gemeinschaften stärken.


Ein Bodenfonds des Landes könnte es Kommunen ermöglichen, eine gemeinwohlorientierte Liegenschaftspolitik und aktive Bodenbevorratung zu betreiben. Wir brauchen eine unkomplizierte Wohnraumförderung, die auch innovative Formen des Bauens und Zusammenleben in seiner ganzen Vielfalt unterstütz - beispielsweise Genossenschaften, Baugruppen oder ambulant betreute Wohngemeinschaften für ältere Menschen.


Eine nachhaltige Wohnbaupolitik fördert den Zusammenhalt - indem sie bezahlbaren Wohnraum schafft und Viertel, in denen man sich gerne aufhält. Wie wir wohnen werden, ist eine zentrale Zukunftsaufgabe. und dazu haben wir einen umfassenden Maßnahmenkatalog vorgelegt. So schaffen wir lebendige Quartiere und die Studierenden in Tübingen können sich von Anfang an auf das konzentrieren, was ihnen wichtig ist. Archivbild

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